3 Gründe: Warum sich Kirchengründung im ländlichen Osten Deutschlands lohnt.

Als Pastor James Ros, Leiter der Kirchengründungsbewegung KirchenThür e.V., meine Frau Vero und mich fragte, ob wir uns vorstellen könnten, eine Kirche im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zu starten, kam in uns erst einmal nicht so große Begeisterung auf.

Der Landkreis gehört zu einer ländlichen Region Südthüringens. Er ist über eine Stunde von Erfurt und Jena entfernt. Die Zubringer zur A71 und A9 ziehen sich entweder hin oder sind in einem schlechten Zustand. Allerdings gab es drei Faktoren, die Vero und mich zu dem Entschluss brachten, hier eine Kirche zu gründen.

Erstens stammen wir beide aus eher kleineren Ortschaften, die sich mit der Größe des Landkreises vergleichen lassen. Zweitens ist Kirchengründung etwas, das wir noch nie zuvor getan haben. Genau das hat zu uns gesprochen.

„Nur, wenn man etwas tut, was man noch nie getan hat, kann man auch erleben, was man noch nie erlebt hat.“

Und drittens hat ein befreundetes Ehepaar hier im Landkreis ein Gottesdienst-Projekt gestartet, zu dem bis zu 150 Menschen gekommen sind. Und das an einem Ort mit gerade einmal 5.979 Einwohnern in Ostdeutschland. Das hat uns fasziniert und wir hörten darin Gottes Stimme. „Was bei Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ (Die Bibel: Lukas 18,27)

  1. Der Boden ist nicht so hart, wie man sagt.

Bevor wir hier her kamen, hörten wir häufig, der geistliche Boden in Ostdeutschland sei hart. Nach nun etwas über einem Jahr kann ich dem nur teilweise bis gar nicht zustimmen. Uns ist aufgefallen, dass die Menschen sehr offen für Gottes Wirken, das Gebet und sein Evangelium sind. Bei einer klassischen Evangelisation mit Summerride in Saalfeld, haben vier Menschen ihr Leben Jesus anvertraut. Nur ein einziges Mal hat man sich öffentlich über unseren Glauben lustig gemacht. Zwei Studenten vom Theologischen Seminar BERÖA haben für den Rücken einer Frau gebetet – sie wurde geheilt. Und ein von Alkohol gefangener Mann brach in Tränen aus, als wir für ihn beteten und prophetisch in sein Leben sprachen.

Was ich bemerkt habe ist: „Nicht der Boden ist hart, sondern unsere Herzen.“ Gott bietet so viele Gelegenheiten im Alltag, nur müssen wir sie wahrnehmen und uns aus unserer Bequemlichkeit begeben. Diese Entscheidung muss ich jeden Tag neu treffen. Dann geschehen Zeichen und Wunder und Menschen finden ihren Weg zurück zu Gott.

  1. Der Unterschied ist enorm

Nach wie vor wandern viele Menschen in die Städte ab. Da ist es ungewöhnlich, wenn sich junge Menschen an einem kleinen Ort niederlassen. Das setzt ein Zeichen, löst Fragen aus und bietet Gesprächsstoff. Die Abwanderung setzt aber auch ein Zeichen: Hier ist nichts los, es gibt wenige Arbeitsplätze und kaum eine Perspektive für die Zukunft. Doch genau in so einer Situation braucht es gesunde Kirche. Eine Kirche, die Hoffnung schenkt, alternativlos ist und ein wirkliches Zuhause bietet. Eine Kirche, die Menschen mit Gott und der Gesellschaft verbindet und die Entwicklung einer Stadt positiv beeinflusst. Eine Kirche, die einen echten geistlichen und gesellschaftlichen Mehrwert darstellt. Gerade in ländlichen Regionen, wo keiner hin will, braucht es viele engagierte Mitarbeiter, die sich mit allem, was sie haben, voll einbringen. Der Unterschied, den man dadurch macht, ist enorm. Nachdem wir erste Veranstaltungen im Hotel der Landessportschule Bad Blankenburg gemacht haben, kamen Leute auf mich zu, die sagten: „Wir brauchen euch hier“. Das hat uns ermutigt.

  1. Kirchengründung ist die effektivste Form der Evangeliumsverkündigung

Rund 52 Prozent der Ostdeutschen sind bekennende Atheisten. Das ist ein globaler Spitzenwert. Wie erreicht man diese große Anzahl an Menschen mit dem Evangelium? Meine Antwort: Durch neue Kirchen. Zum Einen ist jede Kirchenform durch ihre Gottesdienstkultur auf eine gewisse Schicht begrenzt. Je mehr unterschiedlicher Kirchen wir haben, desto mehr Menschen können wir mit dem Evangelium in Kontakt bringen. Zum Anderen ist das persönliche Momentum, Menschen mit Jesus in Verbindung zu bringen, bei einer jungen noch wachsenden Kirche am größten. In etablierten Kirchen herrscht das Phänomen, dass sich der einzelne immer weniger für den Auftrag Gottes verantwortlich fühlt. Die Verantwortung wird auf das Evangelisationsteam der Kirche übertragen und das Team im besten Fall finanziell unterstützt. Natürlich kommen in großen, lange bestehenden Kirchen Menschen zum Glauben. Aber das Verhältnis zwischen Gemeindemitgliedern und Menschen, die neu zum Glauben gekommen sind, nimmt mit der Größe der Kirche meist ab.

Und gerade weil wir in Ostdeutschland so viele wertvolle Menschen vorfinden, die Jesus noch nicht kennen, brauchen wir viele neue Kirchen, aus allen Denominationen, in so vielen Städten und Dörfern wie möglich.

Fragen zum Nachdenken: 

Willst du mit Gott etwas erleben, was du noch nie erlebt hast? Dann lass dich von Gott gebrauchen und tue etwas, dass du noch nie getan hast.

Dieser Beitrag ist von Benjamin Gaßmann. Er und seine Frau Vero Gaßmann gründen gerade eine Kirche für Saalfeld-Rudolstadt: ConnectKirche Saalfeld-Rudolstadt in unserem Netz Kirchenthür, in welches meine Frau und ich ab September mit einsteigen. Für uns sind Benny und Vero nicht nur gute Freunde, sondern echte Vorbilder, denn sie waren das zweite Gründerehepaar, das mutig und voller Glauben in das Netz von James Ros eingestiegen sind und nun in einer ländlichen Region Kirche bauen. Durch ihren Glaubensschritt, haben viele Thüringer, die Möglichkeit ihren ersten Schritt des Glaubens zu wagen. Wenn du aus der Region Saalfeld-Rudolstadt bist und bisher noch nichts mit „Glauben & Kirche am Hut hast“, dann will ich dich ermutigen: Schau mal bei einem „Sonntag mit Freunden“ von Connect Kirche Saalfeld-Rudolstadt vorbei. Es lohnt sich! Für alle, die Benny & Vero in ihrer Pioniersituation auch gerne finanziell unterstützen möchten, ist das durch eine Spende auf ihr Projektkonto möglich:

  • Kirchenthür e.V.
  • IBAN: DE71 8405 1010 1010 1160 84
  • (Sparkasse Arnstadt-Ilmenau)
  • BIC: HELADEF1ILK
  • Verwendungszweck: Benjamin Gaßmann/ Thüringen

2 thoughts on “3 Gründe: Warum sich Kirchengründung im ländlichen Osten Deutschlands lohnt.”

  1. Möge unser guter Herr euch mit Weisheit und Liebe segnen. Möget ihr in Wüstenzeiten immerZugang zur Quelle finden.Der Heiligen Geist segne euch mit der Gabe der Geisterunterscheidung. Liebe Grüße ,auch unbekannterweise ,von carmen aus Eisenach.

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