„Say a little prayer“ – Die Rolle des Gebets in der Kirchengründung

Alles beginnt mit Gebet

Seit einigen Wochen steht für Kevin und mich fest: wir werden ein neues Kapitel in unserem Leben beginnen

und eine Kirche in Erfurt, im Herzen Thüringens gründen. Diese Entscheidung haben wir nicht einfach aus dem Bauch heraus getroffen. Gespräche, Planungen und Ratschläge, aber vor allem Gebet haben zu dieser weitreichenden Entscheidung geführt.

Gebet ist das wichtigste Instrument unseres Glaubens.
Im Gebet sind wir im Dialog mit Gott, danken ihm für das, was er bereits getan hat, bringen ihm unsere Herausforderungen und hören zu, was er zu sagen hat.
Nicht nur die Kirchengründung, sondern jeder Dienst im Namen Gottes sollte zuallererst im Gebet gestartet werden, denn wie will ich erfolgreich meinen Dienst aufbauen,
wenn ich nicht vorher von Gott gehört habe, was sein Plan ist?

Mein Reich komme, mein Wille geschehe

Im Theologischen Seminar Beröa, wo mein Mann Kevin studiert hat, hängt eine Fotocollage von Bildern, auf denen man sehen kann, wie das Seminar in den Anfangsjahren aussah. Über den Bildern steht der Spruch „Wenn der Herr das Haus nicht baut …“.

Die meisten Besucher und Studenten schauen nur auf die lustigen Bilder aus alten Tagen, aber wenn ich auf die Collage schaue, werde ich immer wieder daran erinnert, nicht mein eigenes Reich zu bauen, sondern Gottes Reich, denn sonst ist am Ende alle Arbeit vergeblich.
Und da, wo wir merken, dass wir Kirche ohne Gott gebaut haben, ist es wichtig, dies nicht nur zu ändern, sondern es auch offen vor Gott zu bereuen. Ihm klar die Führung zu überlassen und die eigenen Pläne aufzugeben, damit seine Pläne zustande kommen können. Denn seine Pläne sind letztendlich viel besser als unsere eigenen.

Gott sei Dank

Um zu wissen, was Gottes Plan ist, sollte ich zuerst ihn kennen. Er, der mich erschaffen hat. Wer ist Gott für mich? Wer ist Gott für dich?
Wenn du das nächste Mal mit Gott redest, danke ihm doch einfach mal für den, der er für dich ist. Vater. Retter. Heiler. Beschützer. Gott hat so viele verschiedene Charakterzüge. Wenn wir uns diese bewusst machen und ihm danken für das, was er bereits für uns getan hat, gehen wir mit einer ganz anderen Haltung ins Gebet.

Reden ist Silber, schweigen ist Gold

Wie oft aber kommen wir vor Gott und entladen all unsere Probleme und warten gar nicht ab, was er zu unserer Situation zu sagen hat. Die Beziehung zu Gott ist keine Einbahnstraße. Wie in jeder guten Beziehung ist Kommunikation das A und O. Gib Gott die Chance, zu dir zu reden und höre ihm zu. Gott spricht auf verschiedene Art und Weise zu uns; durch sein Wort (die Bibel), unsere Emotionen, unsere Gedanken und manchmal auch akustisch. Gott weiß bereits, was dir auf dem Herzen liegt, bevor du anfängst, zu beten.

Wenn du Gott deine Sorgen mitteilst, dann sage ihm spezifisch, worum du ihn bittest. In Matthäus Kapitel 6 erklärt Jesus seinen Jüngern, wie sie beten sollen, und bevor er zu dem bekannten Teil des „Vater Unser“ kommt, gibt er ihnen noch einen wichtigen Hinweis: „Plappert nicht vor euch hin, wenn ihr betet, wie es die Menschen tun, die Gott nicht kennen. Sie glauben, dass ihre Gebete erhört werden, wenn sie die Worte nur oft genug wiederholen. Seid nicht wie sie, denn euer Vater weiß genau, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn darum bittet!“ (Matthäus 6,7-8). Es sind deutliche Worte, die Jesus in diesen Versen findet, aber es ist auch beruhigend, zu wissen, dass ich in meinem Gebet gleich zum Punkt kommen kann, was mir auf dem Herzen liegt.

Und jetzt?

König David ist einer der Charaktere in der Bibel, von dem wir am meisten über sein Gebetsleben erfahren können, indem wir die Psalmen lesen. Interessant ist, zu sehen, wie oft er sein Herz ausschüttet und sein Leid vor Gott klagt, jedoch am Ende des Psalms immer wieder an den Punkt kommt, Gott zu loben. Nicht etwa, weil sich während des Schreibens all seine Probleme in Luft aufgelöst haben, nein, er entscheidet sich, Gott zu danken, noch bevor er das Licht am Ende des Tunnels sieht.
Der Apostel Paulus gibt in Philipper 4,6 einen weisen Ratschlag an die Kirche: „Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles. Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm.“
Paulus spricht hier aus eigener Erfahrung. In der Apostelgeschichte lesen wir, dass er und sein Freund Silas im Gefängnis sitzen und anstatt zu klagen und sich ihrem vermeintlichen Schicksal hinzugeben, preisen sie Gott und danken ihm. Dies tun sie nicht, weil sie wissen, dass Gott sie noch in der selben Nacht durch ein Erdbeben aus dem Gefängnis befreit (nachzulesen in Apostelgeschichte 16). Sie entscheiden sich, Gott zu danken für das, was er noch tun wird, denn das ist unser Glaube: Ein Hoffen auf die Dinge, die wir noch nicht sehen können.
Indem wir Gott danken, lassen wir auch den Gedanken los, dass er auf eine bestimmte Weise antworten muss. Gott hat immer das „Bigger Picture“, den großen Plan im Blick und er beantwortet unser Gebet zu seiner Zeit und auf seine Art und Weise. Wir dürfen jedoch gewiss sein, dass er mit seiner Antwort immer das Beste für uns im Sinn hat.
Durch seinen Sohn Jesus Christus, spricht er uns zu:
„Ihr dürft in meinem Namen um alles bitten, und ich werde eure Bitten erfüllen, weil durch den Sohn der Vater verherrlicht wird. Bittet um was ihr wollt in meinem Namen und ich werde es tun!“ (Johannes 14,13-14)
Wenn du noch mehr Fragen zum Thema Gebet oder Interesse an Arbeitsmaterial hast, melde dich gerne unter: gebet@connectkirche.de

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